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Das Problem der Schimmelpilzbildung in Altbauten

Streitigkeiten zwischen Vermietern und Mietern bei Schimmelbildung in Altbauten sind nicht selten. Der Vermieter wirft dem Mieter vor, nicht ausreichend zu lüften und der Mieter beklagt eine Fehlplanung oder mangelnde Bauausführung. Doch für ein gesundes Raumklima gilt es, die vielen Stellschrauben zu kennen und richtig zu betätigen. Grundlage dafür ist das in der DIN 4108 oder Energieeinsparverordnung (ENEV) beschriebene Normklima.

In der Regel ist die Durchlüftung in einem Altbau gut durchdacht, bei Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen werden jedoch die vorhandenen Gegebenheiten oft nicht richtig beachtet und in die Neuplanung einbezogen. Die erwähnten Stellschrauben werden falsch oder ungenügend bedient und es entstehen Baufehler, die zur Schimmelbildung führen können.

Abb.2 Fensterrinne sammelt das Kondenswasser

Während bei den heutigen Neubauten die teuer produzierte Wärme möglichst im Gebäude verbleiben soll, weisen unsanierte Altbauten eine insgesamt luftdurchlässigere Wandkonstruktion und ein gut durchdachtes Entlüftungssystem auf. Besonders an den Fensterrahmen kommt es durch Ritzen und Fugen in der Wand und am Fensterrahmen zu einer natürlichen Luftzirkulation und zu einem Wärmeverlust. Vorteil ist, dass die im Raum vorhandene Luftfeuchtigkeit ohne aktives Eingreifen der Bewohner, also ohne Lüften von Hand ausströmen kann. Steigt der Feuchtigkeitsgehalt dann doch einmal über den Grenzwert an, so schlägt sich diese als Kondensat an der Einscheibenverglasung als kältester Stelle nieder. Das Kondensat - also Wasser - fliest dann die Scheiben hinunter und sammelt sich in der darunterliegenden Holzrinne (Abb. 2).

Geplante, gesamtheitliche Veränderung von Altbauten verhindert Baumängel

Eine wichtige Stellschraube für ein gesundes Gleichgewicht in Wohnräumen sind die Außenwände. Eine falsch geplante Modernisierung und die Vernachlässigung bekannter Regeln der Bauphysik und Technik können zu gravierenden Baumängeln führen. Wie kann das passieren? Nach dem Tausch der alten, zugigen und luftdurchlässigen Fenster gegen neue und mit dichtem Isolierglas ausgestatteten Fenstern strömt die feuchte Luft nicht mehr selbständig aus dem Gebäude. Die bereits erwähnten kalten Flächen für das Absetzen von überschüssiger Feuchtigkeit sind nun nicht mehr die Einfachglasscheiben, diese wurde ja ersetzt und sind wärmetechnisch gesehen auf dem neuesten Stand. Die neuen kalten Flächen sind die großen Außenwandflächen. Denken Sie bei den geplanten Baumaßnahmen nicht auch an eine passende bauliche Veränderung der Außenwände, haben Sie jetzt ein neues Problem. Denn die sich nun an den Außenwänden absetzende Feuchtigkeit zerstört das Mauerwerk und ist ein hervorragender Sammelboden für Schimmelpilz.

Kondensat auf der Einscheibenverglasung
Kondensat auf der Einscheibenverglasung (rechts), auf der kältesten Fläche an der Außenwand. Die linke Fensterscheibe (Isolierscheibe) weist kein Kondensat auf.

Bauphysikalische Untersuchung vor Sanierung vermeidet Feuchteschäden

Vor der Sanierung eines Bestandsgebäudes empfiehlt sich eine bauphysikalische Untersuchung zum Wärme- und Feuchteschutz der Außenbauteile wie Fenster, Türen und Wände. Die darauf aufbauende Bauplanung erfolgt dann unter Abstimmung mit den vorhandenen Gegebenheiten. Was genau heißt das? Beim Austausch der Fenster müssen Sie über die Wärmedämmung der Fassade nachdenken und gleichzeitig die kontrollierte Lüftung des Hauses sicherstellen.

Einige Fensterhersteller bieten beispielsweise Fensterrahmen mit eingebauten Lüftungsschlitzen an, durch diese kann Luftfeuchtigkeit selbständig ausströmen. Dosiervorrichtungen oder automatische Schließvorrichtungen anderer Anbieter transportieren die im Innenbereich ansteigende Feuchtigkeit nach außen. Alle diese Produkte entfeuchten Räume automatisch, die Wohnungsnutzer müssen nicht zu Hause sein.

Ziel der gesamten Maßnahme ist die Vermeidung von Feuchteschäden und damit von Schimmelpilz sowie die kostengünstige Sanierung des Gebäudes.

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